Rosensteinpark

Kleine Geschichte des Rosensteinparks

Es gibt viele Sehenswürdigkeiten in Stuttgart. Neben dem Fernsehturm, der Innenstadt und den Museen ist für uns Rosenfreunde Schloss Rosenstein mit seiner einzigartigen Parkanlage von großer Bedeutung. Dieser Park gilt als größter englischer Landschaftspark Südwestdeutschlands. Mit seinem alten, zum Teil exotischen Baumbestand und den weitläufigen Wiesen lädt er zu langen Spaziergängen ein.

Die Entstehungsgeschichte des Rosensteinparks beginnt bereits mit Herzog Carl Eugen, der schon Anfang der 1790er Jahre erste Verschönerungsarbeiten an dem "kahlen Abhang" bei Cannstatt durchführen ließ. König Friedrich I. (reg. 1797-1816) setzte die begonnenen Arbeiten seines Onkels fort und ließ zum "Kahlenstein" und "Schnekenberg" hinauf eine Serpentinenanlage anlegen. Bereits in seiner Regierungszeit wurden immer wieder neue Grundstücke auf dem Kahlenstein erworben, verbunden mit Überlegungen für den Bau eines Schlosses mit weitläufiger Parkanlage.

Zu Beginn der Regierungszeit von König Wilhelm I. (reg. 1816-1864) nahm der Plan konkrete Gestalt an und nachdem die Grundstücke von 500 "Wengertern" und "Gütlesbesitzern" auf dem Kahlenstein erworben waren, wurden 1819 die ersten Planungsaufträge zur Anlage eines Schlosses mit Parkanlage vergeben. Nach einem Architekturwettbewerb erlangte der aus Florenz stammende Giovanni Salucci (1769-1845) die Zustimmung des Königs.

Das klassizistische Landhaus Rosenstein wurde in den Jahren 1824-1829 gebaut . Nicht nur der Bau, sondern auch der in klassizistischer Manier geschaffene bauplastische Figurenschmuck erfreute sich schnell größter Anerkennung.
Zusammen mit dem Schlossbau begann man mit der Anlage des Parks. Oberhofgärtner Johann Wilhelm Bosch (1782-1861) besuchte vor der Planung die schönsten Gärten in England und Schottland, um nach der Reise die Idee, einen Landschaftspark im englischen Stil anzulegen, zu verwirklichen.

Der Park sowie das Schloss erhielten ihren Namen nach der Lieblingsblume der früh verstorbenen Gemahlin von Wilhelm I., Königin Katharina.

Ab 1826 konnte um den Schlossbereich ein "Pleasure Ground" aus "Grasplätzen" und ein "Blumengarten" angelegt werden, den König Karl (1823-1891) kurz nach seiner Thronbesteigung 1864 umgestalten ließ. Vor dem Südostflügel des Schlosses wurde der "Pleasure Ground" (heute "Karlsgarten") in englischem Stil erweitert und zwei Laubengänge errichtet.

Vorbild: Englische Parklandschaften

Zentrale Themen der Gartengestaltung waren die Parklandschaften Südenglands. Die Pflanzung und Gestaltung des Parks erfolgte durch die Elemente Einzelbaum, Baumgruppe und Hain, die dem Garten bis heute sein charakteristisches Erscheinungsbild geben. Ein Großteil des heutigen Baumbestandes stammt noch aus der Zeit der ersten Bepflanzung.

Nach Plänen des Architekten Karl Etzel (1812-1871) wurde direkt unter der Mittelachse des Schlosses der erste Eisenbahntunnel Württembergs gebaut. Dieser verband Stuttgart mit Cannstatt und bewahrte den Rosensteinpark davor, von der Eisenbahn zerschnitten zu werden. Baubeginn war am 1. Juli 1844, vollendet wurde er am 4. Juli 1846.

Veränderungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Erste schwerwiegende Eingriffe erfuhr der Park bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als im Rahmen der Erbauung eines neuen Bahnhofs für die Königlich-Württembergische Eisenbahn ab 1908 erhebliche Veränderungen vorgenommen wurden. Parallel zur 1845 durch den Rosenstein bergmännisch gegrabenen Tunnelröhre für zwei Gleise wurde beim Bau eines mehrgleisigen Tunnel in offener Bauweise 1911/12 die alte Wegeführung und der Pleasureground aufgegeben. Bei der Überdeckung der Tunnelgewölbe mit Erdreich entstand 1913/14 ein von Säulengängen umgebener vertiefter Rosengarten. Die Bepflanzung beschränkte sich auf Kletterrosen und Rosenhochstämme.

Trotz aller Mahnungen in den 20er Jahren stand der Park zwischen den beiden Weltkriegen häufig als "Bauland" zur Disposition. Die Pläne reichten von einem Kurbadezentrum zu einem zoologischen Garten nach dem Vorbild Hagenbecks, der Verlegung des Hauptbahnhofs an den Südrand und dem Vorschlag von Paul Bonatz, einen Neubau der Technischen Universität mit Einzelgebäuden und Sportanlagen zu errichten. Damals gab es zum Erhalt des historischen Landschaftsgartens bereits engagierte Verteidiger. Einer von ihnen war der Stuttgarter Gartenarchitekt Karl Luz (1870-1929).

Im Zuge der Bundesgartenschau 1977 wurde der Karlsgarten nach historischen Vorbildern wieder mit Rosen bepflanzt. Die Pläne hierfür stammen von Professor Hans Luz (1926). Aufgelockert durch Springbrunnen, Marmorfiguren und Buchshecken lädt er auch heute noch zum Verweilen ein. Außerhalb dieses Gartens kann man zahlreiche alte Rosen, Wild- und Strauchrosen bewundern.